Dass die titelgebende Liedzeile nicht nur vorweihnachtliche Erwartungen verbreitet, sondern auch einen eher "funktionalen" Raum wie die bis über den letzten Platz hinaus besetzte Aula mit solcher erfüllen kann, war unmittelbar vor dem Fest, am 21.12.00, über 90 Minuten lang wundervoll zu erleben. Über 300 Schüler, Eltern, Lehrer und so mancher Gast aus dem angrenzenden Wohngebiet waren der Einladung gerne gefolgt, um hier als einer der ersten Fans des beliebten "Gospel-Chores" die für diesen Abend angekündigte CD (s. MAZ v. 18.12.00) zu erwerben, aber vor allem, wie von den beiden charmant durchs Programm führenden Moderatorinnen Martina und Nicole gewünscht, "den Weihnachtsstress ein wenig zur Seite schieben zu können". Das gelang in wunderbarer Weise Maria Fröhlich und Tanja Pilarski, die den Abend ins instrumental mit Jules Massenets "Thais - Meditation" derart beeindruckend eröffneten, dass die oft bemühte " Stecknadel hätte zu Boden fallen können". Professionell auch die "Sonate für Oboe und Klavier" von Camille Saint-Saens, spannungsreich, konzentriert und äußerst musikalisch dargeboten von Elisabeth Grümmer. Fast immer dabei und deshalb schon Garantie für ein besonderes Hörerlebnis sind Carolin Kolodrujazk und Rosa Gutschmidt, die die "Sonata 1 für Violine und Gitarre" schon virtuos darboten und mit Paganinis musikalischen Einfällen auch für so manche Zuhörer - Überraschung sorgten. Auch Ariane und Marike Peters bewiesen erneut, dass Bach durchaus mit dem Akkordeon "klingen" kann, wenn dieses Instrument so brillant beherrscht wird wie von ihnen beiden. Zuversichtlich stimmt, dass auch der "Nachwuchs" sich "traute". So ließ Anne Gerhardts "Ave Maria" (Violine), begleitet von Marika Blell am Klavier, nicht nur Spielfreude erkennen, sondern weckte berechtigte Hoffnungen auf mehr. Die Überraschung des Abends war zweifelsohne das zweite Ensemble des "Humboldt-Gymnasiums", die "Irish - Folk - Band" (Leitung:Th. Cammradt).Frisch, mitreißend und auffallend homogen kam hier im besten Sinne des Wortes "Volksmusik" daher, die wohl alle im Saal zu begeistern wusste - und als Anne Gottfried erstmalig vocal in Erscheinung trat und ihre warme Alt - Stimme in diese Klänge mischte, verbreitete sich wohl bei so manchem die berühmte "Gänsehaut". Zu toppen war dieses nur noch den "Gospel - Chor", der größtenteils mit neuen Titeln, neuen solistischen Gesichtern und - nach dem Weggang der "13er" - schon wieder sicher daherkam und in Sekundenschnelle wohl jeden Fuß in der Aula mitwippen ließ. Der lebendigen Musizierfreude der Sänger sowie dem bewegungsaktiven - fast akrobatischen - Dirigat seines Chorleiters / Th Cammradt konnte und wollte sich niemand entziehen, denn "Freude (zog) durch diesen Raum" und begleitete wohlig nachklingend auf den Weg durch eine richtig kalte Winternacht.
Hannelore Flämig